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Schon Schiller sagte: "Durch diese naßen Hosen muss er kommen!"

Leser, Freunde, Genossen

mit etwas Verspätung möchte ich über meine Eindrücke von einem zurückliegenden Ereignis berichten. Wie die meisten sich sicher schon denken können geht es um die WM und da bleibt das Benehmen, wie es sich gehört, zumindest teilweise außen vor. Wer also mit einem Knigge im Bett schläft sollte nun lieber eine andere Seite aufsuchen, so wie etwa diese hier -> Benimm dich!

Alle anderen sind herzlichst dazu eingeladen in eine andere Welt, eine Welt voller Freude einzutauchen.

Beginnen möchte ich mit meiner WM-Geschichte im Sommer 2000.

Florenz, ein leicht bewölkter, aber äußerst warmer Sommertag. Ich Blicke aus einem Auto auf die Stadt. Die Stadt die wie kaum eine zweite in der Renaissance aufblühte, der Familie Medici sei dank. In meiner Hand halte ich ein bekanntes deutsches wöchentlich erscheinendes Magazin das auf den Namen "Der Spiegel" hört. Die Titelstory habe ich aufgeschlagen. Über ihr ein großes Bild eines gewissen Herrn Blatter der einen Zettel in die Kamera hält auf dem "Deutschland" steht. So recht verstehen welch Ausmaß diese Entscheidung auf mein Leben in den kommenden 6 Jahren hat ahnte ich nicht. Von nunan sollte mich eine stetig ansteigende Spannung begleiten, auf die ich später zurückkommen werde.

Zeitsprung um 2 Jahre:
Es ist der 30.Juni 2002. 17Uhr Ortszeit. Das WM-Finale hat Deutschland soeben verloren doch eines haben wir als Fans der Mannschaft gewonnen, den Mut und die Hoffnung. "Wir" sind nur knapp unterlegen und waren eigentlich gleichwertig. Es war das beste Spiel einer deutschen Mannschaft bis dato in meinem Leben gesehen habe, das ist es wohl auch heute noch. Manchmal frage ich mich was passiert wäre hätte der Neuville bei seinem 25m-Freistoß nicht den Außen- sondern den Innenpfosten getroffen, aber gut was solls...

Weitere 2 Jahre später:
Ich verlasse das Schulgebäude. Vor wenigen Minuten ist das dritte und abschließende Vorrundenspiel gegen Tschechien zuende gegangen, und damit auch die deutsche Teilnahme an der EM. Die Hoffnung, die in den letzten 2 Jahren kontinuierlich nachlies ist komplett verschwunden, die Mannschaft, nein ganz Fußballdeutschland ist am Boden. Ein Erfolg bei der Heim-WM in 2 Jahren scheint so weit entfernt wie noch nie.

Wenige Wochen später kommt dann ein tiefgreifender Wechsel, aus dem Nichts wird J.Klinsmann Bundestrainer bzw Teamchef da er keine Trainerlizenz besitzt.

Sommer 2005, Confedcup
Wir schaffen es bis ins Halbfinale, wo wir in einer spannenden Partie wiedermal knapp an den Brasilianern scheitern. Aber egal, es scheint als würde das Konzept des JK aufgehen, Deutschland ist Konkurenzfähig.

März 2006, Florenz
1:4 heißt es nach 90 Minuten gegen um Klassen bessere Italiener. So langsam ist auch die Euphorie aus dem Confedcup dahin.

9.Juni, Pulheim und Gelsenkirchen
Die anfangs erwähnte Spannung ist allgegenwärtig. Ich kann mich ihr nicht entziehen. Sich ablenken? Geht nicht. Was tun? Egal! Heute ist WM-Beginn. Der Unterricht interessiert nicht. Das einzige was zählt ist das Spiel gegen Costa Rica. Nur langsam vergehen die Stunden.
18 Uhr Anpfiff. Ich bin noch wenige Meter von der Veltins-Arena entfernt. 18:05, endlich haben wir (Thorsten und meine Wenigkeit) eine Leinwand auf dem Stadiongelände gefunden die uns gefällt und uns niedergelassen. Kaum haben wir uns gesetzt passiert es. 18:06 Phillip Lahm zieht auf dem linken Flügel nach innen und schießt.....
Nach nur wenigen Momenten sitzen, stehen wir wieder... Welcome to the WorldCup 2006!!!
Wie ein Urschrei tönt es aus allen Richtungen. Nur wenige scheinen nicht erfreut über den Treffer. Die Spannung löst sich mit einem Mal und nur noch Freude erfüllt mich, die Menschen um mich herum und geschätzte 80 Millionen weitere Menschen in der größten Partyzone der Welt. Die Angst vor einer Blamage, von der immer wieder die Rede ist, wie weggeweht.
Doch die Freude wehrt nicht lange. Ein gewisser Herr Wanchope schießt uns kurze Zeit später von der Wolke auf der wir sitzen herunter. Doch etwas ist anders als vor dem Spiel. Irgendwie habe ich die Gewissheit das es gut enden wird. Herr Klose bestätigt mich dann auch nur 5 weitere Minuten später und von nun an kennt die Begeisterung keine Grenzen. Das Spiel war mir nach einer Halbzeit ehrlich gesagt mehr oder weniger egal, fast so wie beim San Marino-Spiel vor wenigen Wochen. Wichtig ist nur das es gut geht, und das es das an diesem Abend tut, da sind wir sicher.

21:00 Uhr, Anpfiff Nummer 2. Polen - Ekuador
Das Spiel ist zwar ansich total unwichtig, aber ich darf live dabei sein. Eine helle Freude, was will man mehr? Von den 20000 an Polen verkaufte Tickets sieht man nicht viel. Liegt wohl daran das sie sich unter den anderen geschätzt 20000 Polen, die sich auf irgendwelchen Wegen Karten besorgt haben, verstecken. Die Stimmung ist zwar nichts besonderes, dafür schwebt aber ein WM-Atmosphäre in der Luft. An jeder Ecke sieht man das dieses Spiel was besonderes ist, seien es die Scharen an Photographen, die WM-Artikel die überall verkauft werden oder einfach die tolle Kombination aus Polen, Deutschen und Ekuadorianern, man kanns nicht sagen. Aber eines ist klar, sowas erlebt man nicht oft.

Der folgende Mittwoch:
Die Spannung die nach der enormen Erleichterung gegen Costa Rica wieder stark zunahm um nun ein neues Hoch begleitete mich den ganzen Tag. Diesmal wollten wir in Köln eine Großleinwand aufsuchen. Am Heumarkt waren wir dann angekommen und dies sollte der Ort sein an dem wir das Spiel gegen Polen gucken wollten. Umgeben von lauter Gleichgesinnten und einpaar Hauptschulidioten die einen IQ von geschätzt "Zimmertemperatur" hatten stellten wir uns an einer ganz ordentlichen Stelle auf. Das warten begann. Wieder vergingen die Stunden nur langsam. Quälend langsam. Und sich hinsetzen, sich bewegen, günstig was trinken oder essen, alles unmöglich.
Als dann irgendso ein Fritze auf die Bühne ging um seinen SeifenblasenTechno zu präsentieren wars eigentlich schon zuviel, aber naja ich erspare euch den Teil mal...

21:00, es geht los. Nach Costa Rica sollen nun die Polen vom Platz gefegt werden. Aber nur schleppend ging es nach vorne. Wenige Chance, eine nicht ganz sichere Abwehr und viel Pech. Zum Glück sah es bei den Polen nicht anders aus. Mit jeder Minute schwand mein Glaube an den Sieg.
Klose, schwach. Podolski, schwach. Ballack, schwach...
Wer soll das Spiel an sich reißen, wer soll den Unterschied machen?
Mitte der 2ten Halbzeit. David Odonkor wird eingewechselt, A.Friedrich geht runter. Auf dem rechten Flügel nun Schneider und Odonkor. Einige Minuten später, Neuville ersetzt den schwachen Podolski.
Die 90te Minute: Flanke von links, Kopfball Klose, Pfosten, Nachschuss Ballack, LATTE, Nachschuss Odonkor, TOOOORRR!!!
Wie die wilden feiern wir das 1:0 als wir merken das es Abseits war und Frau Merkel auf der Tribüne zurecht Grimassen wie der Grinch gezogen hatte...
Spätestens jetzt war die Verzweiflung am Limit angekommen. Es sollte wohl nicht sein an diesem Tag...
In der 91.Minute dann nochmal Schneider mit einem langen Pass auf Odonkor, der nimmt seinem Gegner auf 5 Metern locker 6 ab, spielt den Ball in die Mitte, Neuville, drin....
Für mich der glücklichste Moment bei dieser WM. Zwar ging es um relativ wenig, aber es war wie eine Befreiung. Kaum ein anderer Moment bei diesem Turnier zeigt die deutsche Mannschaft in einem schöneren Moment, als der wo Neuville, Odonkor, Klose feiern und Capitano Ballack sich auf die Jungs schmeißt. Es ist der Zeitpunkt gekommen der alle Zweifler verstummen lässt, außer vielleicht Paul Breitner Freude ist eigentlich das falsche Wort für den Zustand in dem wir verweilten, Ekstase trifft es besser.
Und dieser Abend sollte noch weitere Höhepunkte parat haben. Nach kurzer Absprache mit den anderen Begleitern bveschlossen wir den Weg zur Zülpicher Straße zu wagen. Ab in die Straßenbahn und los...oder eben nicht. Zusammengequetscht wie sonst nie standen, nein sprangen wir in der Bahn umher und feierten mit wildfremden Menschen den Sieg. Die Temperaturen in der Bahn glichen sich immer mehr denen einer Sauna an. Heute frage ich mich ob sich nicht sogar Kondenswasser an den Scheiben gebildet hat aber gut, auch egal.
Durch das springen kam die Bahn gewaltig ins wanken, immer wieder mussten wir anhalten, ich glaube ja das dies tatsächlich auf die Freudentänze zurückzuführen ist. Auch wenn wir nur eine Station gefahren sind, diese Reise war ein wahres Erlebnis.
Angekommen auf der Zülpicher Straße wurden wir von einer gewaltigen Menschenmenge empfangen. Die ganze Straße runter ein einziges Fahnenmeer. Langsam bahnten wir uns den Weg bis hin zu irgendeiner Bar bei der wir weitere Leute treffen sollten. Naja wie auch immer, unterwegs sahen wir etliche Male das sich große Menschenmengen niederknieten um dann zu HUMBA wieder aufzuspringen (man kennts ja). Aber vor allem ein Bild geht mir nicht aus dem Kopf. An der Kofferraumkante eines Autos das zwischen den ganzen Menschen stand saßen ein paar Schwarzafrikaner (ich glaube es waren Togolesen), die sich mit ein paar Trommeln bereitmachten einen flotten Takt vorzugeben. Als sie dann begannen zu trommeln bildete sich eine kleine Gruppe deutsche junger Herrschaften die zu der Musik bzw dem Rhytmus der Trommeln zu folgen. Es sah zwar etwas steif aus, aber ich denke das man die völkerverbindende Ebene eines solchen Ereignisses kaum besser darstellen kann.
Nach einiger Zeit beschlossen wir dann aber zum Zug zu gehen um heimzufahren. Es soll meine letzte Anekdote für diesen Tag sein, was nun folgt. Eine Person aus unserer Gruppe, nennen wir sie hannaH (Name wurde von der Redaktion geändert, kleiner Tipp, einfach von hinten lesen), leicht angetrunken ging einige Meter hinter uns. Während wir fröhliche sangen, ging hannaH schnurstracks gegen eine Glaswand. So nun aber genug der Schadenfreude.

Wie es weitergeht und ob Deutschland Weltmeister wird, das erfahrt ihr später....

Grüße von eurem Fußballfan
Jan
7.10.06 18:19
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Kaja (9.10.06 15:32)
mensch jan, jetzt spann uns doch nicht alle so auf die folter! wie gings denn aus?!
schade,dass das mit dem kino heute nicht klappt,dann hätten wir anderen es auch endlich erfahren

ach so, deine ehren müssen, wenn sie so weiter machen, nicht mehr so oft zum zahnarzt,da sie mittlerweile nicht mehr so viele löchermacher essen... ich habs geschafft, sie umzugewöhnen :D !!!


Richard (12.10.06 23:46)
dfghdfh

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